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M. Siepmann, Mitarbeiter des Rheinischen Landesmuseums, holt den Kupferdolch
für die archäologische Landesausstellung im Bilsteintal ab.

Der Kupferdolch aus der Bilsteinhöhle geht auf die Reise

Einer der interessantesten Funde der Ausgrabung der Bilsteinhöhle vor 127 Jahren ist ein kleiner Dolch aus Kupfer. Der Ausgräber – Emil Carthaus – konnte den Fund noch nicht richtig einordnen, er meinte, er habe eine "kupferne Pfeilspitze aus dem Mittelalter" gefunden. Im Laufe der Zeit wurde jedoch klar, dass es sich bei diesem Fund um eine Besonderheit handelt: Es ist ein Griffzungendolch, ein ganz typisches Stück der sog. Glockenbecherzeit, einer Kultur am Übergang von der Steinzeit in die Metallzeiten. Heute geht man davon aus, dass der Dolch ca. 4.300 bis 4.500 Jahre alt ist. Interessant ist vor allem, dass es aus dem ganzen Sauerland keinerlei Hinweise auf eine glockenbecherzeitliche Besiedlung gibt, wohl aber vereinzelt aus der Soester Börde.

Kupferdolch aus der Bilsteinhöhle:
Deutlich zu erkennen sind in der Griffzunge die kleinen Bohrungen, aus denen Material für die Analysen entnommen wurde.

Der Dolch ist in den letzten Jahren zweimal im Bergbaumuseum in Bochum untersucht worden. Dabei wurde einerseits die genaue Zusammensetzung des Kupfers erforscht. Dabei wurde ein deutlicher Arsen-Anteil festgestellt, der das an sich weiche Kupfer härtete. In einer weiteren Untersuchungsreihe wurden Blei-Isotope des Kupfers analysiert, um Hinweise auf die Herkunft des verwendeten Kupfers zu bekommen. Klar ist nach diesen Untersuchungen: Das Material stammt wohl nicht aus der Umgebung, mit gewisser Wahrscheinlichkeit konnte Ost-Serbien als Herkunftsort des Kupfers bestimmt werden. Das würde bedeuten, dass das Kupfer (wahrscheinlich der fertige Dolch) eine Reise von rund 1.700 km zurückgelegt hat, bevor er in die Bilsteinhöhle gelangte.
Am Freitag, dem 8. Mai 2015, ging der Dolch auf eine nicht ganz so weite Reise: Ein Mitarbeiter des Rheinischen Landesmuseums für Archäologie holte den Dolch ab, um ihn nach Bonn zu bringen. Am 5. September 2015 öffnet dort die "Archäologische Landesausstellung NRW" ihre Tore für interessierte Besucherinnen und Besucher. Auf der archäologischen Landesausstellung werden aktuelle Ergebnisse der archäologischen Forschung in Nordrhein-Westfalen präsentiert. In diesem Jahr steht die Ausstellung unter einem Leit-Thema: "Revolution Jungsteinzeit". Der Dolch aus der Bilsteinhöhle ist da ein besonders wichtiger Fund, der den Übergang von der Steinzeit in die Metallzeiten dokumentiert und auch die bereits vor mehr als 4.000 Jahren bestehenden Handelswege quer durch Europa. Die archäologische Landesausstellung ist danach im LWL-Museum für Archäologie in Herne und im Lippischen Landesmuseum in Detmold zu sehen.

Die Landesausstellung im Internet:
Zur Internetseite der Landesausstellung Die offizielle Internetseite der archäologischen Landesausstellung. Leider ist dort derzeit (9. Mai 2015) noch nicht viel zu sehen.
Zur Internetseite des Landesmuseums Bonn Die Vorankündigung der archäologischen Landesausstellung auf den Internetseiten des Landesmuseums Bonn. Dort können Sie bereits einige Hintergrundinformationen zur Ausstellung erfahren.

 


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